Die tapfere Kehle

Donnerstag, Februar 4th, 2010 | Allgemein

Faust auf den Tisch! Und das bin ich!
Titel und Würden zu Hause gelassen.
Hier bin ich Mensch. Beim Humpenfassen
Stören sie mich.

Wer ist mein Zechkumpan? Alle herum!
Keiner, der trinken kann, ist mir zuwider.
Gießt er’s die Kehle auch eimerweis nieder,
Ich trink ihn um.

Wein auf den Tisch! Und ich bezahl.
Wird auch der letzte Pfennig versoffen,
Ei denn, was thut’s! Jugend muß hoffen,
Reichtum bringt Qual.

Prosit Gesellen! Hallo, keinen Rest!
Wollt doch dem Wirt die Fässer nicht lassen?
Einen kann man immer noch fassen,
Voll sitzt man fest.

Faust auf den Tisch! Und jetzt ist’s genug!
Alle am Boden in Schanden und Sünden.
Morgen könnt ihr den Weibern verkünden,
Wer euch so schlug.

Biografie

Am 11.Januar 1853 in Lübeck geboren, ließ sich Falke später in Hamburg zum Buchhändler ausbilden. Als Solcher arbeitete er unteranderem in Hamburg, Lübeck, Essen, Hildburghausen und Stuttgart. Entgegen seines Stiefvaters Wunsch, ließ er sich 1878 zum Klavierlehrer ausbilden. Im Laufe der 1890 er Jahre begann er dann eigene Werke zu verfassen und kam so schnell in Kontakt mit der Hamburger Literarischen Gesellschaft. Mit seinem 50.Geburtstag setzte die Stadt Hamburg, dann ein festes Gehalt für Falke aus, welches Ihm eine unabhängiges Schaffen als Schriftsteller ermöglichen sollte. Am 08.Februar 1916 verstarb Falke schließlich in Großborstel bei Hamburg.

 

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